Kommunikation am Arbeitsplatz

Verschiedene Arbeitsformen machen den Arbeitsalltag abwechslungsreich, sofern sie zu einem passen und die Kommunikation mit den Arbeitskollegen nicht zu kurz kommt. Das Arbeiten unterwegs, Home-Office oder das klassische Büro - welcher Typ sind Sie? Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Oster-Lektüre und schöne, erholsame Festtage.

Das Home-Office hat seinen Glanz verloren. Zu gross ist der disziplinarische Aufwand für die Mitarbeitenden, die zu Hause, aufgrund mangelnder Kommunikation, sozial verkümmern. Die Unternehmen sind gefordert und entwickeln neue, smarte Arbeitsformen. Selina Beyeler

Lena beginnt ihren Arbeitstag gemütlich im heimeligen Wohnzimmer. Sie macht ihre Pausen nach Lust und Laune und die Arbeitsstunden kann sie ihren Hobbies anpassen. Sie hat schlicht und einfach den Arbeitsplatz, wie er besser nicht sein könnte. Doch Lena ist allein. Sie hat ihre Wohnung heute schon blitz blank und von oben bis unten geputzt, gleich nachdem sie die CD-Sammlung nach Genres und Alphabet sortiert hat. Das Gefrierfach ihres Kühlschranks ist abgetaut, nur die Tasks des Chefs warten noch darauf erledigt zu werden.

Viele Firmen wollen die individuelle, selbst-organisierte Arbeitsweise von Home-Office trotz der hohen Effizienz-Verluste noch nicht ganz aufgeben. Denn ein individuell ansprechendes Arbeitsumfeld fördert die Kreativität und erhöht die Motivation der Mitarbeitenden. Gerade für komplexe Aufgaben ist der ruhige Arbeitsplatz zu Hause eine willkommene Abwechslung. Zudem können mit Home-Office die CO2-Emissionen gesenkt und das Problem von überfüllten Zügen gelöst werden.

Fünf Grossunternehmen und ein Büro-Planer haben sich für die Initiative „Work Smart“ zusammengeschlossen. Microsoft, die Post, SBB AG und Swisscom wollen zusammen mit witzig – the office company die „Transformation der Schweizer Wirtschaft voranbringen und Unternehmen und Institutionen bei der Umsetzung von flexiblen Arbeitsformen unterstützen.“, so die Initianten über ihre Ziele auf der Homepage www.work-smart-initiative.ch.

Doch werden diese flexiblen Arbeitsformen, dieses „Work Smart“ aka „Home-Office-Revision“, wirklich die Effizienz-Probleme lösen? In Schweizer Unternehmen, welche Home-Office anbieten, werden nur acht Prozent aller Arbeitsstunden zu Hause verrichtet, ergab eine Forschungsarbeit  der Fachhochschule Nordwestschweiz. „Auch diejenigen, die gerne zu Hause arbeiten, möchten nach ein bis zwei Tagen Home-Office wieder unter Kollegen sein.“, bestätigt Hartmut Schulze, Leiter des Instituts für Kooperationsforschung und -entwicklung an der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW.

Für das Home-Office muss man gemacht sein, es ist eine Typfrage. Manchen fällt es leicht, sich nicht von den unzähligen Arbeiten, die es zu Hause noch zu erledigen gäbe, ablenken lassen, während Andere gar nichts mit dem Alleine-Arbeiten anfangen können. Ich persönlich finde sowohl im Home-Office als auch im klassischen Büro-Alltag gewisse Vorteile. Gerade weil ich eher ein Teamplayer bin, spornt mich beispielsweise das fleissige Tippen der Anderen im Raum an, ich tausche mich gerne über Ideen und Anliegen aus und geniesse die gemeinsamen Kaffee-Pausen. Zu Hause arbeiten zu können möchte ich trotzdem nicht wieder aufgeben müssen. Denn oftmals kommen auch mir die besten Ideen in den Sinn, wenn die Büro-Türe beim Hinausgehen hinter mir ins Schloss fällt. Dann habe ich die Möglichkeit den Kreativitäts-Moment unterwegs, zu Hause oder im Lieblingskaffee auszuarbeiten, das schätze ich sehr. Und der Luxus, im bequemen Home-Dress die Tasks nach der eigenen Zeiteinteilung zu erledigen, ist unbezahlbar. Doch trotz diesem Luxus der grossen Freiheit muss ich am nächsten Tag dann wieder unter die Leute und mit meinen Arbeitskollegen austauschen, was in der Zwischenzeit alles gelaufen ist.

Dabei ist ein Punkt ganz wesentlich: das Kommunizieren. Die ganz banale Kommunikation untereinander, die unseren (Arbeits-)Alltag belebt und spannend macht, ohne die uns etwas fehlt und alles etwas fad erscheinen lässt, wird ganz bestimmt auch in Zukunft einen hohen Stellenwert haben. Vielleicht wird das klassische Büro, so wie wir es kennen, einmal nicht mehr existieren, doch werden wir uns wohl auch dann an mindestens drei Arbeitstagen in eine volle S-Bahn quetschen. Der Kommunikation mit den Arbeitskollegen zuliebe. So sehe ich meine Zukunft zumindest.